Unterschiedliche Lerntypen – Effektives Lernen durch individuelle Förderung

Individuelle Förderung als wichtige Einflussgröße

Effektives Lernen hat viele Aspekte. Befragt man Lehrer und Eltern nennen sie oft die Schüleranzahl einer Klasse als wichtige Einflussgröße. Auch in der Bildungsforschung war dies bereits früh ein Thema. Schon 1985 wurde in Tennesse, USA eine Studie in Auftrag gegeben, um diesen Effekt zu bestimmen. Dazu wurden 6500 Schüler in drei Klassentypen eingeteilt. Man bildete kleine Gruppen (13-17 Schüler), um diese mit regulären Klassen (22-25 Schüler) mit oder ohne Hilfslehrer zu vergleichen. Das Ergebnis der STAR-Studie war eindeutig. Es konnte gezeigt werden, dass die Schüler kleiner Klassen insgesamt besser abschneiden als ihre Mitschüler aus den größeren Klassen, sei es mit oder ohne Unterstützungskraft. Dies gilt auch für die Mathematikleistungen.1

Auswirkung der individuellen Förderung

Naheliegende Antworten dafür sind, dass mit sinkender Schüleranzahl natürlich die Beteiligung des Einzelnen im Unterricht zunehmen muss. Es bleibt kein Raum sich vor bestimmten Themen zu drücken, weshalb man sich damit zwangsweise mehr auseinandersetzen muss. Neben mehr Übungszeit bleibt auch deutlich mehr Zeit, um es dem Einzelnen zu erklären. So kann man Schwächen des Einzelnen aufdecken, konkret darauf eingehen und daran arbeiten.
Viel wichtiger sind jedoch die unterschiedlichen Lerntypen. Nicht jeder lernt zur selben Zeit, in gleicher Geschwindigkeit und bringt Vorwissen auf demselben Niveau mit. Es reicht also nicht nur eine kleinere Schüleranzahl, sondern man muss diese Individualität wahrnehmen und damit arbeiten. In Deutschland passiert das leider viel zu wenig. Deutlich wird dies, wenn Lehrer die Leistungen ihrer Schüler einschätzen sollen. Hier geht Schätzung und Realität weit auseinander. Ein Beispiel hierfür der Test zur Diagnosekompetenz, wobei Lehrer/innen die Lesekompetenz ihrer Schüler schätzen sollten und dies mit PISA Ergebnissen verglichen wurde.2 Dies zeigt, wie wenig man als Lehrkraft wirklich seine Schüler/innen kennt und so an Schwächen arbeiten beziehungsweise Stärken fördern kann. Auf verschiedene Lerntypen einzugehen ist so schon gar nicht möglich. Ein Paradebeispiel ist dagegen Schweden. Hier ist der Lehrplan stark auf individuelle Förderung ausgelegt. Das folgt aus der Einsicht, dass die Voraussetzungen und die Interessen innerhalb einer Gruppe niemals gleich sind. Man benötigt ein individuelles Tempo, spezifische Fördermethoden und individualisierte Arbeitsmittel, um das intellektuelle und soziale Potenzial der Schüler/innen umfassend zu entwickeln.3

Einflüsse auf die Scoobel-App

Ein Zusatzangebot zur Schule muss so individuell wie möglich gestaltet werden. Manche lernen besser, wenn sie möglichst viel üben, andere bevorzugen ausführliche Erklärungen. Daher bieten wir beides an. Bei den Übungen wurde darauf geachtet, eine detaillierte Lösung zu liefern, während die Erklärung nicht in streng mathematischer Form gehalten sind. Dadurch bilden sie einen Kontrast zu den Merksätzen des Unterrichts. Hinzu kommt, dass es keinen Zeitdruck gibt und man daher nach eigenem Tempo vorgehen kann. Die Mobilität und die ständige Verfügbarkeit, die eine App bietet, macht es möglich, dass jeder genau dann lernt, wenn es für ihn/sie am effizientesten ist. Gleichzeitig hilft Scoobel dabei, sich selbst einzuschätzen und so die eigenen Stärken und Schwächen zu finden. Um diese individuellen Schwächen zu beheben, weist die App auf verwandte Lernfelder hin. Dadurch können auch Lücken gefüllt werden, die schon in vorangegangen Schuljahren entstanden sind. Scoobel setzt also da an, wo starre Unterrichtsformen ihr Defizite haben. Es wird mehr Flexibilität geboten und auf die verschiedenen Lernweisen eingegangen. Diese Individualität tritt auch im Kontakt mit den Schülern in den Vordergrund. Über WhatsApp ist es möglich jederzeit Fragen zu stellen. Dabei muss es nicht um konkrete Fragen, wie beispielsweise die Lösung einer Aufgabe gehen, sondern kann auch weitergefasst sein. Beispielsweise warum ein Thema überhaupt wichtig ist. Auch solche Fragen fördern effizientes Lernen, finden aber in der Schule aus Zeitgründen oft keinen Platz. All dies trägt dazu bei, dass Grundlagen geschaffen werden, sowie das Lernen optimiert und das mathematische Verständnis verbessert wird.


1. Vgl. http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/view/28
2. Vgl. Eckert, Ela (2004): Individuelle Förderung. In: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? Berlin, S. 100-101.
3. Vgl. Eckert, Ela (2004): Individuelle Förderung. In: Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht? Berlin, S. 94-98.
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